Flowise im Test: ein visueller Open-Source-Baukasten für KI-Agenten und Chatbots
Von Andrew Miller ·
Update, 23. Oktober 2026: Das GitHub-Repository von Flowise wurde am 13. August 2026 archiviert und bekommt daher keine Korrekturen oder Sicherheitsupdates mehr. Dieser Beitrag bleibt zur Referenz erhalten; gepflegte visuelle Agent-Baukästen findest du in unseren Testberichten zu Langflow und Dify.

Einen Chatbot zu bauen, der Fragen aus deinen eigenen Dokumenten beantwortet, bedeutet meist eine Menge Python-Klebecode zwischen einem Sprachmodell, einer Vektordatenbank und dem Chat-Frontend. Flowise ersetzt den Großteil dieses Klebecodes durch eine Arbeitsfläche: Du ziehst Blöcke für LLMs, Vektordatenbanken, Chat-Tools und andere Komponenten darauf und verbindest sie. Es ist Open Source und Low-Code und deckt Chatbots, Dokumentanalysen und autonome Agenten ab.
Was es kann
- Visueller Workflow-Baukasten. Workflows entstehen per Drag-and-Drop, ganz ohne Arbeit im Terminal.
- Mehrere Agenten. Mehrere KI-Agenten lassen sich in einem Flow koordinieren.
- Chat-Assistenten mit Tool-Aufrufen, Retrieval-Augmented Generation (RAG, die vor dem Antworten in deinen Dokumenten nachschlägt) und Verbindungen zu deinen Datenquellen.
- Mensch im Prozess. Eine Person kann Schritte prüfen oder freigeben, bevor der Agent weitermacht.
- Beobachtbarkeit. Vollständige Ausführungs-Traces, mit Integrationen wie Prometheus und OpenTelemetry.
- API, SDKs und Einbettung. SDKs für TypeScript und Python sowie Chat-Widgets, die du in eine Website einbetten kannst.
- Bereitstellung. In der Cloud oder On-Premises, mit horizontaler Skalierung und Unterstützung für 100+ LLMs und Datenspeicher.
- Vorlagen. Vorgefertigte Komponenten für schnelles Prototyping.
Was Leute damit bauen
- Support-Bots für Shops, die Produktfragen, Versand-FAQs und Rückgabeanfragen beantworten.
- Dokumentanalyse: große PDF-Sammlungen zusammenfassen, auslesen und befragen.
- Interne Business-Tools wie Predictive Analytics und andere Workflow-Automatisierung.
- Prototypen von LLM-Tools für Kunden oder interne Teams, schnell zusammengestellt.
Was funktioniert
- Auch Nicht-Programmierer kommen mit. Wer ein Flussdiagramm zeichnen kann, kann einen Flowise-Flow lesen.
- Blöcke sind austauschbar. Aus einem Chatbot einen Dokumentparser zu machen heißt, Blöcke zu tauschen, nicht von vorn anzufangen.
- Iteration geht schnell, was zu Tests, Kurswechseln und Minimum Viable Products passt.
- Es ist Open Source, du kannst es also selbst hosten und anpassen.
- Es verbindet sich mit vielen LLMs, Datenbanken und Umgebungen.
Der Haken
- Es ist nicht Enterprise-tauglich ab Werk: keine eingebaute Sicherheit, keine Compliance und keine rollenbasierte Benutzerverwaltung.
- Etwas technisches Wissen braucht es trotzdem für die Einrichtung und den Entwurf der Logik.
- Support gibt es nur aus der Community. Es gibt kein SLA und keinen Helpdesk, den du anrufen kannst, wenn ein Bot um 2 Uhr nachts ausfällt.
- Skalierung erfordert Handarbeit bei großen Installationen oder hoher Parallelität.
Im Vergleich
| Plattform | Visueller Baukasten | No-Code | Multi-Agent | Enterprise-Funktionen | Sicherheit | Support | Integrationen | Skalierung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Flowise | Ja | Ja | Teilweise | Nein | Grundlegend | Community | Gut | Manuell |
| Fine AI | Teilweise | Teilweise | Teilweise | Nein | Grundlegend | Anbieter | Gut | Anbieter |
| SmythOS | Ja | Ja | Ja | Ja | Fortgeschritten | Anbieter | Umfangreich | Verwaltet |
SmythOS ist von den dreien am ehesten Enterprise-tauglich. Flowise lässt sich am schnellsten ändern und am leichtesten anpassen. Fine AI liegt dazwischen, ist aber weniger flexibel als beide.
Unser Fazit: Flowise passte zu Entwicklern, Start-ups und versierten Bastlern, die schnell einen Prototyp oder ein internes Tool zum Laufen bringen wollten, besonders wenn Daten auf den eigenen Servern bleiben mussten. Größere Unternehmen, die Compliance, starke Sicherheit und einen Supportvertrag brauchten, waren mit SmythOS besser bedient.